Lehrgespräch

Kobi ist das Maskottchen der Akademie KoBiCo und unterstützt Sie bei Ihrem Lehrgespräch.

Wie Sie mit dem Lehrgespräch in der Ausbildereignungsprüfung punkten können, erfahren Sie hier. Wir nennen das Lehrgespräch auch “das fragend entwickelnde Gespräch”, da Sie durch geschickte Fragestellungen den Auszubildenden zum Nachdenken anregen.

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Inahltsverzeichnis:

Was ist ein Lehrgespräch und wie funktioniert es?

Ein Lehrgespräch ist eine Ausbildungsmethode zur Vermittlung und Abprüfung von Kenntnissen. Sie können Wissenslücken aufdecken. Sie als Ausbilder werden dazu viele offene Fragen nutzen, um die Ausbildungsmethode exakt einzusetzen.

In dieser Unterweisungsmethode erklären Sie als Ausbilder nicht den Ablauf, sondern der Auszubildende erklärt Ihnen den Ablauf eines Prozesses. Dadurch können Sie sehr schnell erkennen, ob der Auszubildende auch verstanden hat worum es genau geht.

Durch die offenen Fragen regen Sie als Ausbilder die Denkprozesse bei Ihren Auszubildenden an. Oftmals werden die Antworten visualisiert und festgehalten. Das unterstützt den Lernprozess bei Ihren Azubis enorm. Diese Form der Unterweisung ist im Berufsalltag ein gängiges und häufig genutztes Instrument zur Festigung der kognitiven Lernbereiche. Im späteren Verlauf werden Sie erfahren, wie das Lehrgespräch in den einzelnen Schritten und Phasen aufgebaut ist. So können Sie diese Ausbildungsmethode für sich alltagstauglich machen.

Das Lehrgespräch wird leider nach unserer Erfahrung von angehenden Ausbildern häufig falsch verstanden. Viele Teilnehmer vermuten, dass sie dem Auszubildenden genau und konkret alles erklären müssten. Das stimmt so aber nicht! In einem Lehrgespräch hat der Ausbilder die Aufgabe das Wissen anhand von offenen Fragen eine Prozess-Erklärung vom Auszubildenden zu bekommen. Das Lehrgespräch erhält ebenfalls den Alternativnamen das „Fragend-entwickelnde Gespräch“.

Sofern Sie als Ausbilder Wissen abrufen möchte sollten Sie geschlossenen Fragen vermeiden. Geschlossene Fragen sind jene, auf die Ihr Gesprächspartner mit ja, oder nein antworten kann. Sie stellen solche Fragen nur, wenn Sie eine Entscheidung von Ihren Auszubildenden benötigen. Ich möchte Ihnen dazu gerne ein Beispiel geben. Sie fragen Ihre Auszubildende: „Haben Sie heute Morgen das Formular ausgefüllt? Oder Hast du schon mal…“ Ihr Auszubildender sagt nun im Zweifelsfall: „Ja! Oder Nein!“

Offene Fragen sind W-Fragen und Sie kennen diese sicherlich, Sie starten mit: Wer, Wie, Was, Wieso, Weshalb, Warum, Wozu, Womit, Wodurch, Wo, Wann, … ? Ein Beispiel könnte wie folgt lauten: „Was müssen Sie alles beachten, wenn Sie ein Formular ausfüllen?“

Jetzt muss Ihre Auszubildende nachdenken und wird vermutlich eine Antwort in ganzen Sätzen geben. Wenn Ihr Auszubildender die richtige Antwort gibt, haben Sie die Bestätigung, dass der Prozess bis hierher verstanden wurde. Wenn Ihre Auszubildende die falsche Antwort gibt, dann sollten Sie als Ausbilder oder Ausbilderin die vorhandenen Wissenslücken schließen. In einem Lehrgespräch hat im übrigen der Ausbilder einen Redepart von ca. 30%, da er ja Fragen stellt. Im Normalfall spricht der Auszubildende bei der Erläuterung des Prozesses mehr als der Ausbilder, daher hat der Auszubildende einen Sprechanteil von ca. 70%. Wie Sie an dieser Ausführung erkennen können, wird der Inhalt des Gesprächs vom Ausbilder bestimmt, denn er das Gespräch mit den eingesetzten Fragen leitet. Wieso ist das aber so, denn der Auszubildende gibt doch die Antworten? Da haben Sie Recht, aber die Denkprozesse werden durch zielgerichtete Fragen ausgelöst, somit bestimmt die Art der Frage auch immer die Art der Antwort. Demnach haben Sie hier auch eine Ausbilderzentrierte Methode. Das ist deshalb so, da eine Ausbilderzentrierte Methode vorliegt, sobald der Ausbilder für die Wissensvermittlung verantwortlich ist. Der Ausbilder steht also im Zentrum der Wissensvermittlung.

Sie als Ausbilder erkennen die vorhandenen Wissenslücken und können diese auch zielgerichtet schließen. Sie können als Ausbilder und Ausbilderin auch die Aufmerksamkeit Ihrer Lernenden auf gewünschte Schwerpunkte lenken. Wo könnten die Einsatzbereiche für das Lehrgespräch sein? Sie können Ihre Lehrgespräche in Gruppen oder einzeln am Arbeitsplatz durchführen. Wichtig ist, dass der Auszubildende einen gewissen Grad an Vorwissen hat, auf das er im Lehrgespräch aufbauen kann.

Es gibt im Übrigen keine ungeeigneten Einsatzbereiche für diese Methode. Auch nicht im handwerklichen Bereich, da Sie das Lehrgespräch mit einer anschließenden praktischen Übung kombinieren können. Die praktische Übung wird im Anschluss sehr gerne eingesetzt, da der Auszubildende auch zeigen kann, dass er mit seinem Wissen zu einem Ergebnis gelangt. Sie sprechen als Ausbilder hauptsächlich den kognitiven und affektiven Lernbereich Ihrer Auszubildenden an. Und denken Sie daran, diese Methode ist ausbilderzentriert, da der Ausbilder mit seinen Fragen die Denkweise der Auszubildenden gezielt steuert.

Leitfaden zum Aufbau für ein Lehrgespräch

Dieser Blog-Beitrag zum Lehrgespräch hält einige wertvolle Werkzeuge bereit, damit Sie Ihre praktische Ausbildereignungsprüfung vor der IHK darstellen können. Da uns jeder angehende Ausbilder wichtig ist, haben wir uns von der Akademie KoBiCo überlegt, dass Sie hier ein PDF Dokument zur Erstellung Ihres Lehrgesprächs kostenfrei erhalten können. Wir machen das nicht davon abhängig, bei welchem Bildungsinstitut Sie sich vorbereitet haben.

PDF Leitfaden – Lehrgespräch

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit dem Aufbau und freuen uns, wenn Sie im nächsten Schritt einmal das Basiswissen zum Lehrgespräch als Video ansehen.

Video Zum Lehrgespräch – Basiswissen

Das Lehrgespräch ist für viele ein Rotes Tuch. Nicht nur, weil viele Ausbilder haben offene Fragen zu stellen, sondern auch das Verständnis schon in der Basis. Wir haben Ihnen zum besseren Verständnis ein Lern-Video für das Lehrgespräch Basiswissen erstellt und wünschen Ihnen viel Spaß beim zuschauen. Wir freuen uns natürlich auch über ein Daumen Hoch bei YouTube wenn Ihnen das Video zusagt. 🙂

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/g2l-IF_elPg
Das Lehrgespräch – leicht erklärt!

Das Lehrgespräch in der AEVO Prüfung vor der IHK

Was sind wichtige Bestandteile des Lehrgesprächs?

1. Phase = Vorbereitung
– Begrüßung des Azubis und Befangenheit abbauen 
– Thema nennen und den Grund darstellen wieso es so wichtig ist (z.B. betrieblich, schulisch, gesetzlich) 
– Vorkenntnisse erfragen (durch offene Basisfragen) 
– Feinlernziel nennen (SMART Formel nutzen) und Kontrollmaßstab vorlesen 
– Motivieren nicht vergessen
Phase 1 – Lehrgespräch
2. Phase = Fragend entwickelnd
– ca. 15 Offene Fragen über die gesamte Phase 2 stellen um den Prozess vom Azubi erklärt zu bekommen
– Antworten erzielen und bei falschen Antworten helfen
– Einbinden der Vorkenntnisse 
– Azubi anregen mitzumachen 
– Den Azubi bei guten Leistungen loben Wissenslücken aufdecken Antworten festhalten und bildlich darstellen lassen 
– Alternative Lösungswege 
– Fehlerbedeutung und Auswirkung
Phase 2 – Lehrgespräch
3. Phase = Nachmachen und erklären 
– Zusammenfassung vom Auszubildenden geben LASSEN und dabei Verständnisfragen stellen  
– Feinlernziel erneut vorlesen und Kontrollmaßstab ausgeben
– Zum selbstständigen Arbeiten auffordern sofern Sie eine praktische Übung einbinden 
– Selbstkontrolle der Arbeit durch den Azubi 
Aktive Kontrolle der Arbeit durch den Ausbilder 
– Mitteilen, ob das Lernziel erreicht ist 
– Ausbildungsnachweis und Ausblick auf nächste Unterweisung
– Lernerfolgssicherung durch weitere Übungen ansteuern
Phase 3 – Lehrgespräch

Welche Fragearten gibt es?

  • Offene Fragen (Was, Wer, Wann, Wo, Wie, Warum, Weshalb, Wozu)
  • Geschlossene Fragen (Lassen NUR ein ja oder nein zu)
  • Alternativfrage (Haben Sie Samstag oder Freitag Zeit? => Eine Auswahl treffen)
  • Suggestivfrage (Sie sind doch sich auch der Meinung, dass Sie lernen sollten, wenn Sie die Ausbildung schaffen möchten?) Die Suggestivfrage ist sehr stark manipulierend, da Sie Ihre eigene Ansicht auf Ihr Gegenüber projizieren. 

Video für das Lehrgespräch zur Prüfungserstellung

Lernen Sie in diesem Trainings-Video, wie das Lehrgespräch abläuft.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/D2jGmquh8Ts

Video – jetzt kaufen

Themen für ein Lehrgespräch in der praktischen Prüfung zum Ausbilderschein nach AEVO

Sie können für viele Themen ein Lehrgespräch für Ihre praktische Prüfung zum Ausbilderschein nach AEVO wählen. Vorzüglich eignen sich jedoch Formulare jeglicher Art. Gerne stellen wir Ihnen hier einige Themen zur Auswahl vor:

Qualifizieren Sie Ihre Auszubildenden im kognitiven Lernbereich zu unterschiedlichen Themen mit der fragend entwickelnden Ausbildungsmethode:

Gewerblich technisch:

  • Baugruppen auf Vollständigkeit prüfen
  • Messschieber in der Anwendung verstehen
  • Bügelmessschraube in der Anwendung verstehen
  • Innenmikrometer in der Anwendung verstehen
  • Formel anwenden – URI, Drehzahlberechnung etc.

Beispiele für ein Lehrgespräch gibt es im kaufmännischem Bereich zu den nachfolgenden Themenvorschlägen. Damit könnten Sie auch gut in die AEVO Prüfung gehen.

Kaufleute:

  • Überweisungsträger ausfüllen
  • Urlaubsschein ausfüllen
  • Personalakte anlegen
  • Fahrgeldantrag ausfüllen
  • Rechnungsaufbau verstehen
  • Lieferschein verstehen
  • Angebot erstellen
  • Nutzwertanalyse berechnen
  • Brutto- Nettorechnung
  • Dienstreiseantrag stellen
  • Lohnabrechnung erklären
  • Bewerbungsunterlagen vorsortieren
  • Absagen erstellen
  • Wareneingangskontrolle
  • Telefonnotiz Aufbau verstehen

Diese Liste hat natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dafür gibt es zu viele Berufe, aber so erhalten Sie einen ersten Überblick. Schreiben Sie uns doch einfach in die Kommentare, mit welchem Thema Sie in die AEVO Prüfung gegangen sind und wie es gelaufen ist. Wir freuen uns über Ihre Kommentare 🙂

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