Ausbildereignungsprüfung AEVO Präsentation

Wer sich bei der Ausbildereignungsprüfung nach AEVO bei der IHK oder bei der HWK angemeldet hat, muss sich die Frage stellen, ob Sie eine Unterweisung oder eine Präsentation auswählen, um Ihre Prüfungsleistung zu zeigen. Es gibt Vor- und Nachteile. Aber darum geht es in diesem Beitrag nicht. Wir möchten Ihnen hier eher einen Leitfaden an die Hand geben, damit Sie sich für die praktische Ausbildereignungsprüfung vorbereiten können. Achten Sie darauf, dass die meisten Kammern gerne ein freiwilliges Konzept von Ihnen haben möchten. Das ist auch nicht verkehrt, weil Sie sich schon vorab sehr intensiv mit den didaktischen Bausteinen der Ausbilderprüfung auseinandersetzen.

Sicherlich haben Sie schon überlegt, welche Ansätze Sie in Ihrer AEVO Prüfung umsetzen möchten. Verstehen Sie diesen Artikel als kleine Unterstützung für alle, die noch keine Ausrichtung für Ihre praktische Prüfung zum Ausbilder haben. Sollten Sie mehr zur Unterweisung in Ihrer Prüfung neigen, folgen Sie gerne dem nachfolgenden Link: Unterweisung zur praktischen Ausbildereignungsprüfung

Präsentation in der Ausbilderprüfung

Grundlegende Vorteile der Präsentation sind, dass Sie keinen Auszubildenden unterweisen müssen, da Sie in der Präsentation bestimmte Sachverhalte medienunterstützt darstellen. Hier liegt der Schwerpunkt tatsächlich auf dem Einsatz von Medien. Eine Präsentation, die alleine mit einer PowerPoint abläuft ist oftmals zu eintönig. Achten Sie auch darauf, dass die Präsentation nicht zu Reizüberflutungen führt. Die gute Waage zu halten ist Ihre Herausforderung. Nutzen Sie am besten auch Moderationskarten, Flipchart und Folien. Mit diesem Mix zeigen Sie, dass Sie auch mit Medien umgehen können. Die Moderationskarten könnten Sie auch während Ihrer Präsentation aktiv auf eine Pinnwand bringen.

Ein möglicher Leitfaden für Ihre Präsentation in der Ausbildereignungsprüfung

Gerne stellen wir Ihnen hier einen Leitfaden für eine Präsentation in der Ausbilderprüfung vor. Natürlich soll dieser als „roter Faden“ dienen. Nutzen Sie immer die Informationen der IHK oder der HWK in der Sie geprüft werden. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen einen bewährten Ablauf auf, der schon viele erfolgreiche Prüfungen begleitet hat.

1. Phase = Einleitung

  1. Begrüßung und Vorstellung der eigenen Person
    Name, Funktion, Vorstellung des Azubis (gerne zusammengefasst auf Karten), Lernort
  2. Relevanz des Themas + Grund
  3. Agenda vorstellen (Flipchart)
    1. Punkt 1 Ausgangssituation
    2. Punkt 2 Zielsetzung
    3. Punkt 3 Lehrmethode
  4. Motivation des Auszubildenden darstellen
    1. Motivationsmöglichkeiten für den Azubi darstellen
    2. Motivation des Zuhörers wird meistens bewertet (Den Ausschuss mit motivieren)
  5. Nutzen Sie am besten drei Medien in Ihrer gesamten Präsentation Flipchart – Agenda
    Karten – Inhalte
    Overhead, PowerPoint oder Dokumentenkamera je nach Kammer – Inhalt für Zuhörer (Gliederungstechniken beachten)

2. Phase = Hauptteil

  1. Darstellung der Situation / des Problems
  2. Lernziel nennen und Kontrollmaßstab darstellen (wann ist das Ziel erreicht?) SMART
  3. Erläutern Sie, wie Sie den Auszubildenden einbinden (Aktivieren) offene Fragen und schreiben lassen etc.
  4. Lösungswege aufbauen und Wege aufzeigen
  5. Pädagogische Schritte und Vorgehensweisen erklären
  6. Wie könnten Sie motivieren?
  7. Praktische Beispiele und Alternativen erläutern
  8. Zielerreichung, Lernkontrolle und Lernsicherung darstellen

3. Phase = Abschluss

  1. Zusammenfassung der Kernaussagen
  2. Fazit – Was ist das Resultat
  3. Lernziel und Kontrolle darstellen
  4. Zeitrahmen im Blick halten
  5. Abschluss
  6. Auf Sprechgeschwindigkeit, Betonung, Gestik, Sprechlautstärke und Medieneinsatz achten

Welche Themen sind für die Präsentation in der Ausbilderprüfung geeignet?

Grundsätzlich sollten Sie sich in Ihrem Kammerbezirk erkundigen, ob es bei der Prüfungsabnahme Vorlieben bei den Themen gibt. Wir können Ihnen aber einige Vorschläge unterbreiten, die in den vergangenen AEVO Prüfungen oftmals gezeigt wurden. Der wichtige Ansatz ist ein guter und eingehaltener Leitfaden und der Einsatz von Medien.

Themen die in einer einfachen Unterweisung wie in einer 4-Stufen Methode oder in einem Lehrgespräch gezeigt werden können sind oftmals für eine Präsentation nicht gut geeignet. Die Frage die Sie sich stellen sollten: Wieso sollte ich ein Präsentation zeigen, wenn ich auch eine Unterweisung zeigen kann. Nutzen Sie die Umsetzung einer Präsentation für deutlich komplexere Unterweisungsthemen.

Liste von möglichen Themen in einer Präsentation für die Ausbildereignungsprüfung:

  • Konfliktgespräch mit einem Azubi
  • Gestaltung eines Projekts
  • Umsetzung einer Leittextmethode
  • Einweisung von Ausbildungsbeauftragten
  • Abstimmung eines gemeinsamen Projektes mit der Berufsschule
  • Einführung eines neuen Ausbildungsberufs im Betrieb
  • Planung eines Ausbildungsabschnitts (muss komplex sein!)
  • Auswahl einer betrieblichen Aufgabe als Lernauftrag
  • Gespräch über ein konkretes Fehlverhalten eines Auszubildenden
  • Führen eines Beurteilungsgesprächs mit dem Azubi
  • Festlegen eines betrieblichen Ausbildungsplans
  • Festlegen eines individuellen Ausbildungsplans